10 praktische Tipps für den richtigen Schnorchel an Deinem Auto

Beim Umbau zum Geländewagen ist der Schnorchel (offizielle Bezeichnung: höhergelegte Luftansaugung) besonders begehrt, da hier gleich für Jedermann von Weitem erkennbar wird, daß hier ein echter Off-Roader kommt. Der Schnorchel hilft dem Motor unter Wasser zu atmen. Du solltest jedoch ein paar Punkte beachten, bevor Du dieses Feature in Deiin Auto baust.

  1. Wattiefe Deines Fahrzeugs herausfinden
    Finde die Wattiefe Deines Fahrzeuges heraus und versuche zu verstehen, was genau sich der Hersteller bei dieser Wattiefe gedacht hat.

    Oft ist die Luftansaugung nicht das einzige Hindernis auf dem Weg durch´s Wasser. Es können auch elektrische, mechanische oder elektronische Fahrzeugkomponenten bei Wasserdurchfahrten (Furten) beschädigt werden. Vielleicht kann die Abdichtung das Eindringen von Wasser in die Fahrzeugkabine ab einer bestimmten Wasserhöhe nicht verhindern. Zum Beispiel hat der Chevrolet Colorado und der Isuzu D-Max dieselbe Höhe des Lufteinlasses, jedoch um 30cm unterschiedliche Wattiefen.

    In jedem Fall ist zu beachten, daß die Höhe des Lufteinlasses in Relation zur Lichtmaschine gesehen werden muß. Zudem solltest Du bei stärkerem und häufigerem Furten über verstärkte Türdichtungen nachdenken. Bei Fahrzeugen,  für die es keine empfohlene maximale Wattiefe gibt, ist auch dann Vorsicht geboten, wenn für dieses Modell ein Schnorchel im Handel erhältlich ist, denn freiliegende Flüssigkeitsbehälter, Elektronik und Elektrobauteile im Motorraum sind u. U. nicht gegen das Eindringen von Wasser geschützt. Und das, obwohl Schnorchel für diese Fahrzeuge im Zubehörhandel erhältlich sind. Es gibt also keine Garantie dafür, daß die Mechanik oder Elektronik keinen Schaden bei Wasserdurchfahrten nimmt. Gut ist es auf jeden Fall dafür zu sorgen, daß das Wasser nicht über der oberen Türkante steht.

  1. Den passenden Schnorchel für Dein Fahrzeug finden
    Der einfachste Weg ist, einen Schnorchel passend zum Fahrzeug im Handel zu kaufen. Die meisten im Handel erhältlichen Schnorchel sind so gefertigt, daß sie direkt an die Karosserie, passgenau am originalen Lufteinlass, montiert werden. Mitgelieferte Dichtungen verhindern das Eindringen von Wasser in das System.

    Sollte sich im Zubehörhandel nichts finden kannst Du auch eine erhöhte Luftansaugung anfertigen oder anfertigen lassen. Diese Lösung ist meist schon deswegen teurer, weil oft auch Anpassungen an der gesamten internen Luftansaugung vorgenommen werden müssen.

     

  1. Spare nicht an der Qualität
    Billige Produkte sehen fast so aus, wie die Originalen. Billiges Plastik bietet weniger Schutz gegen UV-Strahlung, das Material beginnt früher brüchig zu werden. Bereits leichte Schäden bringen das Plastik zum Bersten und bei einem Aufprall können Splitter  zu Verletzungen führen. Zudem haben solche Schnorchel oft keine Zulassung. Geeignete Schnorchel sind aus stärkerem Material um den Herausforderungen des Offroadens standzuhalten. Sie sind auch angepasst für die Menge der Luft, die der Motor benötigt. Ein Nachbau kann den Motor bei höheren Drehzahlen nicht mehr genug Luft bieten. Die Schläuche und Dichtungen der günstigeren Varianten können bei starker Strömung und viel Wasser ihrer tatsächlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden und Wasser kann in den Luftansaugtrakt eindringen.
  1. Entscheide Dich für ein System

Generell gibt es zwei Arten von Lufteinlässen. Der bekannteste und meist genutzte Typ ist der AirRam, bei dem die Luft eingedrückt wird, sobald sich das Fahrzeug vorwärts bewegt. Dadurch drückt die angesaugte Luft Dreck und Wasser an den hinteren Schnorchel-Kopf und drückt so ungewollte Materialien durch kleine Löcher im Kopf wieder raus. Das Wasser wird vor Erreichen des Luftfilters abgeschieden.

Die andere Art des Luftfiltereinlasses ist der Zyklon oder Vortex Typ. Bei ihm wird im runden Kopf die Luft im Kreis gewirbelt, so dass sich aufgrund der Zentrifugalkräfte Wasser, Dreck und Staub an den Wänden abscheiden uns später ausgekippt werden kann. Dieses System ist effektiver als das AirRam System und hält den Luftfilter sauberer. Jedoch ist der Luftdurchsatz geringer, was zum verlust von Leistung und einem erhöhten Verbrauch führen kann.

  1. Montiere den Schnorchel richtig

Vor der Montage sollte sichergestellt sein, dass alle benötigten Werkkzeuge und Materialien vorhanden sind. Wenn die Montage nicht alleine durchgeführt werden kann, ist es eine Schande um Hilfe zu fragen oder eine spezialisierte Werkstatt aufzusuchen.

  1. Sei darauf vorbereitet Löcher in deine Karosserie zu schneiden

Um den Schnorchel richtig zu montieren, müssen Löcher in die Karosserie gebohrt und unter Umständen das originale Loch der Luftansaugung erweitert werden. Wenn man dazu nicht das richtige Werkzeug hat, sollte man die Finger davon lassen und eine Werkstatt aufsuchen. Auch hier ist es wichtig, dass die Kollegen Rostschutz auftragen, so dass keine Korrosion entstehen kann.

  1. Silikon Versiegelung ist wichtig

Ein Schnorchel wird seinem Bestimmungszweck nur gerecht, wenn das ganze System versiegelt ist. An allen wichtigen Verbindungen und Dichtungen sollte Silikon aufgetragen werden.

  1. Regelmässige Überprüfung des Schnorchels

Nach jeder Wasserdurchfahrt, bei der der Motorraum überflutet wurde, muss sichergestellt werden, dass keine Lecks, Risse oder lose Verbindungsteile die Arbeit des Schnorchels beeinträchtigen. Nur so können teure Reparaturen vermieden werden.

  1. Schnorchel können nicht alles

Nochmals zur Erinnerung. Schnorchel schützen keine elektronischen Bauteile, auch nicht die Differenziale oder das Getriebe. Viel wichtiger ist jedoch auch zu wissen, dass er nicht das Wegschwemmen des Fahrzeugs bei hohem und/oder schnell-fliessendem Wasser verhindert oder bei stehendem Wasser das Durchsickern in den Fahrzeuginnenraum wenn man stecken geblieben ist. Generell sollte die Strecke – wohlmöglich – vorher abgelaufen oder vorausfahrende Fahrzeuge beobachtet werden. So bekommt man eine Idee, wie gefährlich es ist. Zudem benötigt man beim Furten den richtigen Gang und Drehmoment, um die Massen an Wasser, die sich vor dem Fahrzeug befinden, weg zu bewegen. Ein Fahrzeug ohne Untersetzung ist nicht dafür ausgelegt, Wasser über die angegebene Wattiefe hinaus, wegzustossen.

  1. Sogar mit einem Schnorchel, sollte man das Waten auf ein Minimum reduzieren

Auch wenn Hersteller über die Wattiefe sprechen, sagen sie nicht alles. Es fehlt nämlich wie lange man – auch unter Berücksichtigung der Wattiefe – im Wasser fahren kann. Ein paar Autolängen stellen kein Hindernis dar, aber mit ein paar Kilometern, auch mit Schnorchel, können Probleme auftreten. Die Möglichkeit dem Motor unter Wasser Sauerstoff zuzuführen und vollends zu Schwimmen sind zwei verschiedene Dinge.

Schlussendlich schützen Schnorchel vor teuren Motorschäden wenn man durch Wasser fahren muss, aber im Zweifelsfall oder man sich nicht sicher ist, sollte man es lassen!

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