Integrierte Scheinwerfer (TRIPLE-R 750 ELITE2) im Kühlergrill des Land Rover Discovery

Im vierten Teil unsere Serie erzählte ich bereits etwas über die Fahrzeugelektronik und die Probleme, die sie bereiten kann. In diesem Kapitel beschränke ich mich auf die durchlaufende Entwicklung mit den Zusatzscheinwerfern, und die Lösung: im Kühlergrill integrierte Scheinwerfer.

Wie bereits geschrieben, haben wir auf dem Dachträger die T24 von Lazer Lamps montiert. Der Lichtbalken sieht schon mächtig gewaltig aus, beleuchtet aber die Motorhaube aufs Gröbste und ist für den Einsatz auf der Strassen nicht geeignet. Im Gelände kann man geteilter Meinung sein. Für Schnee, Regen, Graupel, etc. eignet sich die T24 nicht und da nicht immer schönstes Wetter ist, muss man fairer Weise sagen, dass dieser Lichtbalken eher zum Protzen ist, als dass er überhaupt hilft. Er ist so hell, dass man auf der Strasse (wo er ja nun auch keine Zulassung hat) das Fernlicht des Gegenverkehrs weit überblendet und man entgegenkommende Autos nicht sehen kann.

Die Abhilfe: integrierte Scheinwerfer

Was ist also nun die Lösung? Bei früheren Fahrzeugen hatte ich Zusatzscheinwerfer mittels einer Metallplatte hinter das Kennzeichen gesetzt. Das ist aufgrund der neuen Stossstange und auch der Seilwinde nicht möglich. Abgesehen davon, ist das Kennzeichen jetzt seitlich und nicht mehr mittig zentriert.

Somit blieb nur noch die Lösung im Kühlergrill integrierte Scheinwerfer zu installieren. Den passenden Halter und die Kabelsätze sind erst seit 2016 durch OEMplus auf dem Markt gebracht worden. Somit war klar, dass die Lösung zur Unterstützung des Fernlichts, welches für die meisten Zwecke völlig ausreichend ist, die integrierten Scheinwerfer sein sollen. Das Schöne an dieser Lösung ist zudem, dass diese Scheinwerfer für den Betrieb auf auf öffentlichen Strassen zugelassen sind.

In unserem Fall wurden zwei Lazer Lamps Triple-R 750 Elite2 verbaut. Diese geben einen guten Mix für den on- und offroad Einsatz. Für die Streuung des Lichtkegels können sie mit einem 10-15° Streuwinkel ausgestattet werden. So wird das Licht ein wenig breiter, was beiden Einsatzzwecken zugute kommt.

 

Lichtkegel mit aktiven integrierten Scheinwerfern (Lazer Lamps Triple R 750 Elite2)
Lichtkegel mit aktiven integrierten Scheinwerfern (Lazer Lamps Triple R 750 Elite2)
Lichtkegel mit aktiven integrierten Scheinwerfern (Lazer Lamps Triple R 750 Elite2)
Lichtkegel ohne aktiven integrierten Scheinwerfern
Ladeanzeige Zusatzbatterie

In diesem Teil der Entwicklungsgeschichte unseres Land Rover Discovery geht es primär um Fahrzeugelektronik. Den Start des Umbaus ist im ersten Teil zu finden.

Die Fahrzeugelektronik und ihre Tücken

Dass Fahrzeuge mit immer mehr Elektrik vollgestopft werden, ist ein offenes Geheimnis. Immer mehr elektronische Helfer unterstützen uns Fahrer. Genau das macht das Fahren angenehm, birgt aber auch Hindernisse und Hürden, die bei anderen „klassischen“ Fahrzeugen, die sonst im Offroad-Bereich umgebaut werden, nicht auftreten. Dies Fahrzeuge sind von der Fahrzeugelektronik aus, einfacher gehalten.

Jedem Offroader ist „IBS“ – Intelligent Battery System – ein Begriff. Das Hauptaugenmerk sollte auf dem Wort intelligent liegen, ist es aber nicht. Diese Technologie ist für den Stand der Fahrzeuge vor Discovery 3/4 ausgelegt und nicht für neuere Fahrzeuge. Mit dem Einbau einer zweiten Batterie und dem IBS fing im Fall von unserem Lord Vader der Spass erst an. Als ich meinem Vater (einem sehr versierten Schrauber) den Schaltplan zeigte, meinte er sofort, dass das nicht funktionieren kann und so kam es auch!

Ständig eine leere Batterie liessen auf einen unbekannten Verbraucher im Bordnetz vermuten. Der einzig neue Verbraucher ist die Seilwinde gewesen. Diese wurde abgeklemmt und immer noch ist die Batterie leer gewesen. Dass die Horntools Seilwinde durch ihre „intelligente“ Bauform des Anschlusses für die manuellen Steuerung ebenfalls einen Kriechstrom zuliess, ist kein schöner Fakt, aber Tatsache, der zu einem späteren Zeitpunkt optimiert wird.

Was ist also das Problem?

Neuere Fahrzeuge verfügen über ein so genanntes Batteriemanagementsystem (BMS), welches im Regelbetrieb (mit laufendem Motor) die Verbraucher kontrolliert und im Ruhezustand eine Ruhespannung von 0.5 A, auch für verschiedene Assistenzsystem (Regulierung Luftfahrwerk, Überwachung etc.), aufweist. Das IBS, welches in regelmässigen Abständen anfragt, ob genügen Spannung zwischen den Batterien vorhanden ist, tut dies auch bei ausgeschaltetem Motor. Dabei wird zudem das BMS und die gesamte Fahrzeugelektronik in Betrieb genommen. Somit sind alle Verbraucher, wie z.B. Steuergeräte, für 20 Minuten aktiv, bevor sie sich wieder abschalten. Das Ergebnis ist selbsterklärend: Im Standbetrieb, bei ausgeschaltetem Motor, liegt der Verbrauch über der Ruhespannung und da sich beide Batterien von der Spannung her ausgleichen, saugen sie sich gegenseitig leer. Vielen Dank IBS!

Probleme mit der Fahrzeugelektronik beheben

Der o.g. Vorgang beschränkt sich aber nicht nur auf die Fahrzeugelektronik des Land Rover Discovery sondern gilt stellvertretend für alle modernen Fahrzeuge mit BMS. Eine Abhilfe kann ein wirklich intelligenter Mechaniker mit einem Stromstossrelais schaffen, welches im Kreislauf des BMS eingebunden ist und mit ihm zusammen arbeitet. Nach ca. einem Jahr mit angeblichen Batterieproblemen, kaputter Batterie, etc. wurden wir bei bei OEMplus fündig und uns konnte endlich geholfen werden. Solche Stromstossrelais sind unabhängig der Fahrzeugmarke bei OEMplus erhältlich.

Im Fahrzeugelektronik-Bereich gehören ebenso Zusatzscheinwerfer. Konnte man früher noch den Geberstrom vom Fernlicht abzweigen, geht das bei neueren Fahrzeugen nicht mehr. Zusatzscheinwerfer müssen wie viele andere Änderungen auch programmiert und mit extra Kabelsätzen angeschlossen werden. Innerhalb des Windschilds unseres Prospeed Dachträgers wurde eine Lazer Lamp T24 verbaut. Angeschlossen mit einem extra entwickelten Kabelsatz von OEMplus wurde ein Taster in den Dachhimmel neben der Innenbeleuchtung installiert. Der Taster schaltet den Lichtbalken entweder zusammen mit dem Fernlicht oder konstant als Arbeitslicht.

Customized Frontstossstange

Nachdem die groben äusseren Sachen verbaut wurden, die ersten Testläufe durchgeführt wurden, mussten Optimierungen der Offroadtauglichkeit her. Das Wort wird wohl häufiger vorkommen, denn zu optimieren gibt es immer viel. Es geht dabei nicht nur um die Optimierung der Qualität der durchgeführten Arbeiten sondern auch um Materielles und natürlich um den Fahrspass.

Optimierung der Offroadtauglichkeit 1: Heckstossstange

Zu aller erst musste die Heckschaufel entfernt werden. Der Mudtech Unterfahrschutz unter der Heckstossstange arbeitet wie eine Schaufel. Es sieht zwar toll aus, aber ist im Gelände wenig hilfreich und schränkt die Offroadtauglichkeit massiv ein. Völlig oder zum teil abgerissene Heckstossstangen sind bei Discovery Fahrern ein oft gesehenes Problem.

Die Konsequenz ist gewesen, dass die originale Heckstossstange durch eine Kaymar Stahlstossstange mit Reserveradträger und Kanisterhalter ersetzt wurde. Auch hier ist vor Montage Vorsicht geboten! Die Heckstossstange ist nicht feuerverzinkt und rostet schneller als einem lieb ist. Es empfiehlt sich die Stossstange zum Feuerverzinken zu geben, die jeweiligen Halter sollten der Prozedur ebenfalls unterzogen werden. Die Heckstossstange ist von der Art eine definitive Verbesserung der Offroadtauglichkeit, auch wenn sie nicht zu 100% ins Konzept passt und recht schwer daher kommt.

Was zudem weniger gut gelöst ist der Verschluss der Halter für das Reserverad und den Reservekanister. Sicher definitiv und bombenfest, aber endlos schwer aufzumachen. Meine Frau und auch gestandene Männer haben Probleme die beiden Ausleger zu öffnen und zu schliessen. Gut gelöst ist hingegen der Halter für die CB-Funk Antenne. Dieser sitzt gut versteckt neben dem Halter für den High Jack. Einige mäkeln, die Antenne würde nur nach hinten abstrahlen und nicht nach vorne – komisch nur, dass ich mit meiner 2m langen Antenne, die auch weit über das Dachzelt hinausragt, besten Empfang habe und andere mit Magnetfuss nicht. Könnte natürlich auch an der Einstellung mit dem SWR Meter oder eben doch am Benutzer liegen 😉

Optimierung der Offroadtauglichkeit 2: Frontstossstange

Das besagte Problem der tiefhängenden Front wurde durch eine neue Frontstossstange gelöst. Diese ist wohl das markanteste Zeichen des Discovery. Die Stossstange hat einen verbesserten Böschungswinkel und ist in diesem Fall aus Aluminium. Als bisher Einzige ihrer Art verbessert sie die Offroadtauglichkeit enorm.

Diese quasi Einzelanfertigung ist natürlich auch noch verbesserungswürdig, aber für den Anfang in Kombination mit einer Seilwinde ausreichend.

Zur vollendeten Funktionsfähigkeit wurde kurz herum der Lionparts Frontschutz an die neue Front angepasst, welches auch nur vorübergehend ist. Die neue Frontstossstange bedingt ebenfalls einen neuen Spritzwassertank für das Scheibenwasser. Auch hier ist die Konstruktion verbesserungswürdig und finale Anpassungen müssen gemacht werden, so dass die Sensoren für den Füllstand richtig arbeiten und der Tank vollkommen dicht ist. Wie bereits gesagt, erscheint das Wort Optimierung wohl öfters 😉

Während die o.g. Arbeiten gemacht wurden, wurde die silbrige Front schwarz lackiert, ebenso der eine seitlich verbliebene Lufteinlass. Der Disco hat im Zuge der Umbaumassnahmen den Beinamen „Lord Vader“ bekommen, der auf der Motorhaube statt des originalen Schriftzugs thront.